Befristungen im Wohnraummietrecht

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Befristete Verträge haben große Vorteile. Insbesondere müssen Sie keine Kündigungen aussprechen und Kündigungsfristen beachten. Ein befristeter Vertrag endet schlicht und ergreifend mit dem Ablaufdatum. Bei Wohnraum sieht die Angelegenheit jedoch etwas anders aus, denn befristete Vermietungen über Räume, die zum Wohnen geeignet sind, würden das gesamte Mieterschutzrecht aushebeln.

Für Wohnraum müssen Sie daher einige Mieterschutzvorschriften beachten, wenn Sie einen Zeitmietvertrag vereinbaren möchten. Mietzeit-Befristungen für Wohnraum können Sie, ohne über rechtliche Hürden zu stolpern, nur dann vereinbaren, wenn nach § 549 BGB Folgendes vorliegt:

  • Wohnraum, der regelmäßig nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet wird (beispielsweise Ferienwohnungen)
  • Wohnraum, der Teil einer von Ihnen selbst bewohnten Wohnung ist und den überwiegend Sie mit Einrichtungsgegenständen ausgestattet haben. Einschränkung: Sie dürfen Ihren Mietern den Wohnraum nicht zum dauernden Gebrauch mit seiner Familie oder mit Personen überlassen, mit denen er einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Haushalt führen will.
  • Wohnraum, der von einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einem Träger der Wohlfahrtspflege angemietet wird, um ihn Personen mit dringendem Wohnungsbedarfs zu überlassen
  • Wohnraum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim Einen befristeten Mietvertrag über „ganz normalen Wohnraum“ – also ein Haus oder eine Wohnung –  dürfen Sie nach § 575 BGB ausschließlich dann abschließen, wenn Sie bereits bei Abschluss des Mietvertrags wissen, dass Sie: 
  1. die Räume als Wohnung für sich, Ihre Familienangehörigen oder Angehörige Ihres Haushalts nutzen wollen oder
  2. die Räume in zulässiger Weise entweder beseitigen, wesentlich verändern oder Instandsetzen möchten und diese Baumaßnahmen durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert werden, oder
  3. nach dessen Ablauf die Räume an einen zur „Dienstleistung Verpflichteten“ vermieten wollen – also beispielsweise an jemanden, der Ihnen im Haushalt hilft, und
  4. Sie Ihren Mieter über den Grund der Befristung, gemäß den drei oben genannten, bei Abschluss des Mietvertrags schriftlich informiert haben.

Möglich ist auch, eine Befristung mit mehr als einem zukünftigen Verwendungszweck zu begründen. So können Sie Ihrem Mieter mitteilen, dass Sie anstreben, die Wohnung selbst zu nutzen oder, falls nicht möglich, sie einem Ihrer Kinder zu überlassen.