Duschen im Stehen kann gegen mietvertragliche Pflichten verstoßen

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Ein Mieter, der im Stehen duscht, kann mitunter gegen mietvertragliche Sorgfaltspflichten verstoßen. Wenn die Wand neben der Badewanne im Badezimmer nur halbhoch gefliest ist und keine Duschvorrichtung aufweist, verstößt Duschen im Stehen gegen den Mietvertrag.

Ein Mieter hatte in der Wohnung, welche im Badezimmer keine Dusche, sondern nur eine Badewanne hatte, einen Duschkopf und einen Duschvorhang installiert, obwohl die Wand neben der Badewanne nur in der unteren Hälfte gefliest war. Da der Mieter nun regelmäßig im Stehen duschte, wurde die Wand oberhalb der Fliesen stark durchfeuchtet und begann zu schimmeln. Der Mieter behauptete nun, dass der Schimmel wegen der schlechten Lüftungsmöglichkeit entstanden war und verklagte den Vermieter auf Beseitigung der Feuchtigkeit und des Schimmels. Zudem machte der Mieter eine Mietminderung geltend.

Das LG Köln entschied den Rechtsstreit nach Einholung eines Sachverständigengutachtens zu Gunsten des Vermieters, denn nach Ansicht des Sachverständigen wäre der Feuchtigkeitsschaden und Schimmel auch bei einer ausreichenden Lüftung entstanden. Nach Ansicht des Gerichts stellte das Duschen im Stehen in der Badewanne eine vertragswidrige Nutzung dar. Der Mieter hätte erkennen können, dass durch das Duschen im Stehen die ungeschützte Wand in Mitleidenschaft gezogen werden würde, da die Wand neben der Badewanne nur halb mit Fliesen bedeckt war. So konnte bei jedem Duschen Spritzwasser in die ungeschützte Wand eindringen und Feuchtigkeit und Schimmel verursachen.

LG Köln, Urteil v. 24.02.17, Az. 1 S 32/15