Geruchsbelästigung im Haus: Was Bewohner hinnehmen müssen

Veröffentlicht am

Wenn es in Mehrfamilienhäusern zu Ärger zwischen Bewohnern kommt, müssen das oft nicht zuletzt die Vermieter ausbaden – und sogar dafür zahlen. Selbst anhaltend unangenehmer Geruch kann etwa Grund für eine Mietminderung anderer Mieter sein, von Kündigungen und Leerständen zu schweigen. Was Sie bzw. Ihre Mieter hinnehmen müssen, wann Sie eingreifen sollten und wann Sie zahlen müssen:

Die Gründe für schlechte Gerüche im Hausflur können vielfältig sein. Besonders intensive Küchengerüche, Haustiere, Zigarettenrauch oder Müll können Mitmieter belästigen. Dabei muss festgestellt werden: In der eigenen Wohnung hat der „Stinker“ Hausrecht. Das heißt, er darf rauchen und kochen, was er möchte. Problematisch wird es aber, wenn der Geruch regelmäßig in den Flur oder gar die Wohnungen der anderen Hausbewohner zieht. Wenn das stark, häufig und/oder über lange Zeit hinweg passiert, dann liegt ein Mangel vor.

Dabei müssen haushaltsübliche Tätigkeiten wie „normales“ Kochen prinzipiell toleriert werden. Aber auch hier gibt es akzeptable Grenzen. Wenn z. B. Ihr Mieter diese überschreitet oder etwa seinen Zigarettenqualm ins Treppenhaus ziehen lässt und sich andere Mieter darüber beschweren, sollten Sie ihm kündigen – der Bundesgerichtshof gibt hier dem Vermieter Recht. Denn die Geruchsbelästigung durch den Rauch kann den Hausfrieden stören und ein gesundheitsgefährdendes Ausmaß erreichen, so der BGH (Az.: VIII ZR 186/14). Sogar das Rauchen auf dem Balkon kann auf feste Zeiten beschränkt werden (BGH, V ZR 110/14).

BGH vom 18.02.15, VIII ZR 186/14