Haus und Wohnung gegen Einbruch sichern

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Kurze Tage mit einer schon am späten Nachmittag beginnenden Dämmerung: Der Herbst und der Winter sind die Lieblingsjahreszeiten für Einbrecher. Im Schutz der Dunkelheit können sie auch tagsüber ihrem kriminellen Handwerk nachgehen. Etwa zwei Drittel der Einbrüche erfolgen nicht nachts, sondern zwischen 8 und 22 Uhr. Besonders häufig schlagen die Einbrecher laut Polizeigewerkschaft am Freitag oder Sonnabend zu, in der Hoffnung am Wochenende niemanden zu Hause anzutreffen.

Grundsätzlich gilt: Will ein Täter in die Wohnung eindringen, schafft er es auch – entweder mit roher Gewalt und viel Lärm oder mit erhöhtem Zeitaufwand. Beide Faktoren erhöhen jedoch das Risiko für den Einbrecher auf frischer Tat ertappt zu werden. Genau hier sollten Mieter und Eigenheim-Besitzer ansetzen, um ihr Hab und Gut zu schützen. Besonders technische Sicherungsmaßnahmen schrecken Täter ab: Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes geben die Täter in rund einem Drittel der Fälle ihren Einbruchversuch auf, wenn sie auf erschwerte Bedingungen stoßen.

Goldene Verhaltensregeln beachten

Die beste Haustechnik kann einen Einbruch jedoch nicht verhindern, wenn sich der Mieter oder Eigentümer falsch verhält. Beim Verlassen der Wohnung sollten Sie immer alle Fenster schließen und die Haustür abschließen. Für versierte Einbrecher ist es ein Kinderspiel, durch ein gekipptes Fenster einzudringen oder eine lediglich zugezogene Tür zu öffnen. Viele Versicherer weigern sich, Schadensansprüche aus der Hausratversicherung auszugleichen, wenn ein Fenster nachweislich gekippt war. In diesem Fall hat der Bewohner nach Ansicht der Versicherer „grob fahrlässig“ gehandelt. Rechtsstreitigkeiten zur Klärung dieser Frage sind programmiert. Gehen Sie sorgfältig mit Ihren Haustürschlüsseln um: Erneuern Sie den Schließzylinder sofort, wenn Sie den Schlüssel verloren haben. Niemals einen Ersatzschlüssel im Freien verstecken.

Posten Sie in sozialen Netzwerken nicht, wann Sie in den Urlaub fahren oder was Sie gerade in den Ferien machen. Mithilfe von Internet-Suchmaschinen lässt sich der Name ganz einfach einer Adresse zuordnen. Auch auf dem Anrufbeantworter niemals Fremde darüber informieren, wie lange Sie nicht zu Hause sind. Fallen im Wohnumfeld fremde Personen auf, die möglicherweise die Lebensgewohnheiten von Ihnen oder Ihren Nachbarn ausspähen, sollten Sie sofort die Polizei zu Rate ziehen.

Bewohnten Eindruck erwecken

Abschreckend für Einbrecher ist es, wenn sie befürchten müssen, bei ihrer Tat die Bewohner anzutreffen – oder gar den Haushund. Es ist deshalb ratsam den Eindruck zu erwecken, als sei gerade jemand zu Hause. Die einfachste Variante: Das Licht in einem oder mehreren Räumen mithilfe einer Zeitschaltuhr oder draußen mit einem Bewegungsmelder ein- und ausschalten. Im Fachhandel gibt es zudem elektronisches Hundegebell und kleine Geräte zu kaufen, die das Flimmern eines Fernsehers mit kleinen LED-Lampen simulieren. Beide Produkte sind durchaus brauchbar. Experten von der Polizei raten hingegen davon ab, Kamera-Attrappen im Außenbereich zu installieren. Statt abzuschrecken, signalisieren Sie den Tätern eher: „Hier ist etwas zu holen.“ Unbedingt vermeiden sollten Sie einen überquellenden Briefkasten, wenn Sie länger nicht zu Hause sind. Bitten Sie einen Nachbarn um eine regelmäßige Leerung.

Einbruchshemmende Haustechnik installieren

Neben den bereits beschriebenen unterstützenden Maßnahmen ist die mechanische Sicherung von Türen und Fenstern der wirkungsvollste Schutz vor Einbrechern. Eine Schwachstelle sind Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren, die mit herkömmlichen Rollzapfen ausgerüstet sind. Sie lassen sich sekundenschnell lediglich mit einem starken Schraubenzieher aufbrechen. Mehr Sicherheit bieten sogenannte Pilzkopfzapfen mit entsprechenden Beschlägen. Beim Kauf neuer Fenster kostet dieses Mehr an Sicherheit einen Aufpreis von etwa 50 Euro pro Einheit. Das Nachrüsten hingegen kann pro Fenster bis zu 200 Euro kosten. Bei Modernisierungsmaßnahmen sollten Sie also nicht an der falschen Stelle sparen und lieber ein paar Euro mehr in die Sicherheit von Fenstern und Terrassentüren investieren.

Polizeiliche Beratungsstelle konsultieren

Eingangstüren können ebenfalls wirkungsvoll geschützt werden. Türbeschläge, die den Schließzylinder abdecken, verhindern, dass ein aufgebohrtes Schloss einfach aus der Tür herausgezogen wird. Verlängerte Schließbleche, die tief im Mauerwerk der Türöffnung verankert sind, machen das Aufhebeln mit einer Brechstange schwieriger. Auch Panzerriegel über die volle Breite der Tür bieten einen guten Schutz. Verankerte Schließfächer und Kleintresore schützen Papiere und Wertgegenstände vor dem Zugriff, wenn die Täter es bereits in die Wohnung geschafft haben. Eine Überfall- und Einbruchmeldeanlage ist ratsam, kann aber bei professioneller Installation sehr teuer werden.

Polizei und Versicherung die Arbeit erleichtern

Sind Sie Oper eines Einbruchs geworden, ist es zunächst schwer zu rekapitulieren, welche Gegenstände von Wert die Täter entwendet haben. Um die Schadensregulierung mit Ihrer Hausratversicherung sowie die polizeiliche Ermittlungsarbeit zu erleichtern, ist eine Inventarliste des Haushalts hilfreich. Wertgegenstände, Schmuck, Computer und teure Unterhaltungselektronik sollten Sie zudem mit Fotos und möglichst mit Kaufnachweisen dokumentieren. Sollte die Polizei Diebesgut bei Tätern sicherstellen, ist so die Beweisführung und eine Zuordnung der Gegenstände zu den Eigentümern erheblich leichter.

Sofortmaßnahmen nach Einbruch

Haben die Einbrecher auch die Brieftasche und andere Dokumente gestohlen, ist Eile geboten. Lassen Sie Kredit- und EC-Karten unverzüglich über den kostenfreien zentralen Telefon-Notruf 116 116 sperren. Achtung: Zum Sperren der EC- und Bankkontokarte brauchen Sie Ihre Kontonummer. Ist das Handy gestohlen worden, lässt sich der Anschluss über den denselben Notruf sperren. Die Online-Ausweisfunktion der neuen Personalausweise lässt sich ebenfalls unter dem Notruf 116 116 sperren. Dazu sind der Vorname, das Geburtsdatum und das Sperrkennwort erforderlich. Es besteht außerdem die Pflicht, den Verlust des Ausweises der Behörde zu melden.